Kläranlage Waidhofen/Thaya

 

Die ariwa erhielt im März 2001 von der Stadtgemeinde Waidhofen/Thaya den Auftrag für die Finanzierung, die Errichtung und den Betrieb einer neuen Kläranlage um die Abwässer von Waidhofen/Thaya und seinen Umlandgemeinden gesetzeskonform zu reinigen.

Dieser Auftrag ist die erste Anwendung eines Betreibermodells für Abwasserreinigungsanlage in Niederösterreich, bei dem ein privatwirtschaftliches Unternehmen das gesamte Leistungsspektrum - Errichtung, Finanzierung und Betrieb über 25 Jahre - zur Gänze eigenverantwortlich und aus einer Hand erbringt. Die Abwasserreinigung in Waidhofen/Thaya wird daher auch in Zukunft von den Experten der ariwa wahrgenommen.

Durch die Anwendung dieses Betreibermodells konnte die Stadtgemeinde Waidhofen/Thaya ihr Budget entlasten und jene hohen Anfangsinvestitionen vermeiden, die normalerweise beim Neubau von Kläranlagen anfallen. Die laufende Vergütung für die Abwasserreinigung und den ordnungsgemäßen Betrieb der Kläranlage erfolgt leistungsabhängig, entsprechend den tatsächlich behandelten Abwassermengen.

Darüber hinaus sorgt ariwa für die Schlammentsorgung, indem der entwässerte Klärschlamm einer genehmigten und seit Jahren erfolgreich betriebenen Klärschlammvererdung zugeführt wird. Langzeitprobleme, wie sie sich anderorts oft aus der Deponierung oder Aufbringung von Klärschlamm ergeben, werden dadurch von Anfang an vermieden.

Nach Auftragserteilung wurden von ariwa die erforderlichen wasser-, bau- und gewerberechtlichen Genehmigungen sowie die Förderungszusagen seitens der Österreichischen Kommunalkredit AG in kürzest möglicher Zeit eingeholt und die Ausführungsplanung erstellt. Der Baubeginn erfolgte am 21. September 2001. Die Bauzeit beträgt rund 15 Monate, die Inbetriebnahme erfolgte bereits Ende 2002, die Abrechnung in Richtung Gemeinde hat im März 2003 begonnen und am 26.09.2003 fand die feierliche Eröffnung statt.

Die Kläranlage Waidhofen an der Thaya wird für 16.000 Einwohnerwerte (EW) nach dem SBR-Verfahren (Sequencing-Batch-Reactor) ausgelegt und errichtet. Beim SBR-Verfahren finden die biologischen Reinigungsprozesse der Kohlenstoff-, der Stickstoff- und der Phosphorelimination und die Abtrennung des belebten Schlammes in denselben Becken statt. Das gereinigte Abwasser wird chargenweise aus den Becken abgezogen und über ein Ausgleichsbecken in den Vorfluter geleitet. Dieses rationelle Belebtschlammverfahren ermöglicht die Reinigung größerer, oft hochbelasteter Abwassermengen mit geringen Beckenvolumina und stellt damit eine kostengünstige Alternative zu den Belebtschlammanlagen konventioneller Bauart dar. Darüber hinaus können die Behandlungszeiten für die Denitrifikation, die Nitrifikation und die Sedimentation des Klärschlammes variiert und der jeweils vorliegenden Temperatur und Abwasserzusammensetzung optimal angepasst werden. Der beim Abwasserreinigungsprozess entstehende Klärschlamm wird in einem eigenen Becken gesammelt, allenfalls noch belüftet und anschließend mittels einer Zentrifuge entwässert. Der entwässerte Klärschlamm wird einer Klärschlammvererdungsanlage zugeführt.

Außer den eigentlichen SBR-Klärbecken, dem Schlammspeicherbecken und dem Ausgleichsbecken wird noch ein 900m3-Notfallpufferbecken errichtet, das der Zwischenspeicherung von Abwässern unvorhersehbarer Zusammensetzung dient. Die Schaltwarte mit der vollautomatisch arbeitenden Prozessleittechnik, die Aggregate zur Lufterzeugung, zur Schlammentwässerung, die Fäkalienannahmestation, die Fällmitteldosierstation und die mechanische Vorreinigung in Form einer Rechenanlage mit nachgeschaltetem, belüfteten Rundsangfang sind gemeinsam mit dem Hebepumpwerk und sonstigen Räumlichkeiten in einem unterkellerten Betriebsgebäude kompakt und winterbetriebssicher untergebracht. Die Reinigung der Abluft aus dem Keller erfolgt über Biofilter.

Projektdaten Kläranlage Waidhofen/Thaya